DPRG Zukufo 2016 TitelDas zweite DPRG ZukunftsForum vom 9. bis 10. Juni an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen überraschte Organisatoren und Teilnehmer gleichermaßen. Nachdem bereits die erste Ausgabe im letzten Jahr von den Teilnehmern gelobt wurde, war die jüngste Veranstaltung gänzlich anders aufgebaut - und dann ein noch spannenderes Erlebnis. Das ZukunftsForum fand erstmals als BarCamp statt, auch wenn ein Teil der Sessions im Vorfeld bereits vergeben war.

Das alles überspannende Thema war die Digitalisierung und die damit verbundene Frage, ob Kommunikatoren hier Treiber oder Getriebene sind. Im Ergebnis ist beides der Fall. Es gab jedoch einen großen Konsens, dass die Kommunikation mit viel Mut, Entschlusskraft und Agilität hier eindeutig Treiber werden kann – wenn sie es in dem einen oder anderen Unternehmen nicht schon ist.

Lockerer Plauderton und per Du mit den Teilnehmern

Die Richtung für die Veranstaltung gaben die drei kurzen Worte zur Begrüßung von Frank Baranowski, OB der Stadt Gelsenkirchen, Bernd Kriegesmann, Präsident der FH Gelsenkirchen, und Norbert Minwegen, Präsident der DPRG, vor. In lockerem Plauderton, schon per Du mit den Teilnehmern und teilweise ohne Krawatte, stimmten sie das Auditorium auf den BarCamp-typischen Umgang ein. Zu dem Zeitpunkt war der Hashtag #zukufo bereits Trending Topic auf Twitter und sollte diesen Platz mit mehr als 1.500 Tweets auch über die Dauer der Veranstaltung nicht mehr verlassen.

Drei Keynotes: erfrischender und lebhafter Überblick

Drei Keynotes gliederten die anderthalb Tage des ZukunftsForums. Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online, gab am ersten Tag einen erfrischenden und lebhaften Überblick, was journalistisch heute schon möglich ist, um Leser zu faszinieren und zum Mitmachen zu animieren. Hier kann die Kommunikation sich generell etwas abschauen und von den ansonsten viel gescholtenen Verlagen wie der „Zeit“ lernen.

Am zweiten Tag widmete sich Carsten Knop der Frage, wie das Zusammenspiel von PR und Journalismus aussehen kann und wie digital beide Seiten ticken. Sein eher ruhiger und nachdenklicher Vortrag stand im Kontrast zu dem von Jochen Wegner, war inhaltlich jedoch nicht weniger dicht und bedenkenswert. Die letzte Keynote lieferte Diethard Bühler von der Berlin Digital Group, der analysierte, inwiefern die Digitalisierung von Geschäftsmodellen die Unternehmensbewertung beeinflusst. Zu diesem Zeitpunkt hatte Microsoft leider noch nicht den Kauf von LinkedIn angekündigt.

Session Planning: Nahezu jeder Aspekt der Digitalisierung abgedeckt

Sowohl am ersten als auch am zweiten Tag präsentierten sich alle Redner im Rahmen der Session Planning mit ihren Themen im großen Saal der FH Gelsenkirchen. Per Handzeichen signalisierten die Teilnehmer des ZukunftsForums ihr Interesse, bevor die Räume zugewiesen wurden. In den Sessions selbst gab es unterschiedlichste Formate zur Digitalisierung: Panel Diskussionen, Impulsvorträge, Workshops, Speed-Dating...

Jede Session dauerte 45 Minuten, von denen 15 Minuten zur Diskussion genutzt wurden. Oft war die Diskussion so angeregt, dass die Teilnehmer auf ihre Pause verzichteten, um ihr Thema weiter zu vertiefen. Die Qualität der Sessions war fast ausnahmslos hervorragend – sicher auch Folge der Tatsache, dass ein Teil vorher bereits feststand. In Summe deckten die festen und freien Sessions nahezu jeden Aspekt der Digitalisierung von Kommunikation ab und boten zahlreiche Anregungen für den Arbeitsalltag.

Den Abend des ersten Tages beschloss eine ausgebuchte Veranstaltung in der Arena Auf Schalke, die Gazprom Germania ermöglicht hatte. Mit den ehemaligen Fußball-Nationalspielern Olaf Thon und Gerald Asamoah konnten die Teilnehmer das Stadion besichtigen und anschließend Fotos mit Maskottchen Erwin schießen. Für den Shuttle-Service während des ZukunftsForums hatte Vonovia gesorgt.

Studierende betreuten das ZukunftsForum perfekt

Extrem befruchtend für den inhaltlichen Austausch erwies sich die Teilnahme vieler Mitglieder der studentischen Kommunikationsinitativen wie dem LPRS e.V. Von fast allen wichtigen deutschen Hochschulen waren StudentInnen anwesend und beteiligten sich rege an der Diskussion zur Digitalisierung. Die Young Professionals werden es sein, die hier die Weichen für die Zukunft stellen. Man darf gespannt sein, ob aus ihren Reihen beim nächsten ZukunftsForum auch vermehrt eigene Sessions angeboten werden.

Insgesamt hat sich für das DPRG ZukunftsForum die Partnerschaft mit einer Hochschule und die Nähe zum studentischen Nachwuchs bewährt. Die rund 40 StudentInnen des Lehrstuhls von Karl-Martin Obermeier, Professor für Public Relations und Journalismus an der Westfälischen Hochschule, organisierten das BarCamp nicht nur absolut perfekt, sondern waren für jeden Referenten oder Teilnehmer persönlich da und boten einen Rundum-Service.

Die Gruppe betreute die Kanäle in den sozialen Medien und gab sowohl im Vorfeld als auch während der Veranstaltung inhaltliche Impulse. Hier ist noch der ein oder andere Beitrag im Nachgang geplant. Als das Orga-Team während der Abschluss-Session die Bühne betrat, gab es ganz zu Recht donnernden Applaus der Teilnehmer. Zu jedem BarCamp gehört immer eine Wohlfühlatmosphäre, und in Gelsenkirchen war es mehr als familiär!

Die DPRG als ältester Kommunikationsverband Deutschlands hat mit dem ZukunftsForum 2016 einen Meilenstein hin zu einer Plattform für Kommunikatoren geschafft, die nicht nur Mitglieder anspricht, sondern jeden, der sich mit den drängenden Themen unserer Zeit aktiv auseinandersetzen und diese gestalten will. Das ZukunftsForum ist als DAS Format hierfür auch 2017 gesetzt!

Zimmerling ThomasAutor: Thomas Zimmerling (Foto) ist Director of Corporate Communications bei Berner (Künzelsau) und Mitglied des DPRG-Bundesvorstands.

 

 

 

Fotocredit: Thomas Scharfstädt, Berlin