Grodzki FrankBetriebsamkeit, das dürfte der erste Gedanke bei dem Wort „Newsroom“ sein – bildlich stellt man sich eine Nachrichtenzentrale mit großen Monitoren, mit News und Themen aller Art, garniert mit Live Social Media Reports vor. So könnte ein Newsroom aussehen, doch was ist ein „Newsroom light“? Für Frank Grodzki (Foto), Leiter Allgemeine Presse und Fachpresse & globaler Chef vom Dienst (CvD) bei Lanxess, ist dies ein „pragmatischer Ansatz für das crossmediale Storytelling in der Unternehmenskommunikation“. Um den Newsroom light bei Lanxess geht es in seiner Session auf dem DPRG ZukunftsForum Ende Juni in Hamburg. Das DPRG Journal hat Frank Grodzki vorab dazu einige Fragen gestellt.

DPRG Journal: „Newsroom light“: Was ist eine Light Version des Newsrooms?

Lanxess TowerFrank Grodzki: Mit unserer Strategie einer integrierten Kommunikation möchten wir unsere Kommunikationsaktivitäten besser vernetzen, die Effizienz unserer Arbeit weiter steigern und die Bedürfnisse unserer Zielgruppen noch präziser als bisher bedienen. Dafür haben wir ein eigenes Content-Team ins Leben gerufen und eine interdisziplinäre sowie globale Redaktionsteam-Struktur geschaffen, die Themen nicht nur kreativ identifiziert und redaktionell plant, sondern auch für deren professionelle Umsetzung über alle Kanäle hinweg sorgt. All dies soll effizient, aber mit Augenmaß geschehen: Es geht im Kern darum, die bestehenden ‚Fachdisziplinen‘ besser zu vernetzen – also mehr um Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen als um grundsätzlichen Umbau. Konkret will Lanxess durch das neue "Agenda-Team" für mehr bereichsübergreifendes Denken sorgen und vernetzter agieren - auch wenn es einen echten, physischen Newsroom in der Kölner Konzern-Zentrale bisher nicht gibt.

DPRG Journal: Was können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Session für sich mitnehmen?

Frank Grodzki: Ich möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerne aufzeigen, wie es - insbesondere mittelständischen und B2B-Unternehmen - gelingen kann, ihre crossmedialen Kommunikationsaktivitäten mit verhältnismäßig geringen Kosten, Strukturveränderungen und Umbaumaßnahmen deutlich erfolgreicher aufzustellen. Bei Lanxess arbeitet der CvD mit dem Content-Team in einer Matrix-Funktion. Er ist mit seinem Team die wichtige Schnittstelle zwischen den verschiedenen bestehenden Kommunikationsdisziplinen im Konzern (interne & externe Kommunikation, Public Affairs, Market Communications, etc.) Entsprechend fällt auch die crossmediale Darstellung der zielgerichteten Inhalte in das Aufgabengebiet des Content-Teams – und zwar über sämtliche Kommunikations-Kanäle hinweg (Internet, Intranet, Mitarbeiterzeitung, Unternehmens-Blog, Social Media, Presse, Marketing, etc.).

DPRG Journal: Sie sind jetzt etwas über ein Jahr CvD bei Lanxess. Was war das wichtigste Learning in der neuen Funktion?

Lanxess ArenaFrank Grodzki: Die Aufklärungsarbeit in der eigenen Organisation, was das „Agenda Team“ tatsächlich ist und was es für die Unternehmenskommunikation leistet, hat mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant. Schließlich müssen in der Matrix-Organisation nicht nur der Kommunikationschef und die Abteilungsleiter, sondern auch sämtliche Mitarbeiter von dem Mehrwert eines Content-Teams überzeugt sein und voll dahinter stehen. Zudem muss ein Mindestmaß an Infrastruktur und Rahmenbedingungen garantiert sein, sonst funktioniert das Set-up eines solchen übergreifenden Teams nicht.

Das DPRG ZukunftsForum: Trends und viel Austausch auf Augenhöhe

Das DPRG ZukunftsForum (Zukufo) ist fast aus dem Stand zu einer der beliebtesten Veranstaltungen in der deutschen PR-Welt geworden. Seit 2015 bietet es den PR-Schaffenden lockere Barcamp-Atmosphäre gekoppelt mit geballtem Praxiswissen, den Blick auf Trends, auf Chancen und Herausforderungen - und viel Austausch auf Augenhöhe.

Erwartet werden beim Zukufo 2018 mehr als 200 Kommunikationsverantwortliche aus Unternehmen, Organisationen und Agenturen. Mit eigenen Sessions dabei sind unter anderem Christian Maertin (Bayer AG), Professor Ansgar Zerfaß (Universität Leipzig), Thomas Voigt (Otto Group), Angela Brötel (EnBW), Cornelia Kunze (I-sekai) und Inken Hollmann-Peters (Beiersdorf) von der Organisation „Global Women in PR“, Daniel J. Hanke (Klenk & Hoursch) sowie Professor Lars Rademacher (Vorsitzender des Deutschen Rats für PR). Traditionell haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, selbst Sessions anzubieten – ob im Vorfeld auf dem Sessionpad oder spontan vor Ort.

DPRG Journal stellt Sessions vor

Einige der bereits „gesetzten“ Sessions und Sessiongeber stellt das DPRG Journal im Vorfeld zum Zukufo vor. Am 3. Mai schrieb Giovanni Bruno, fokus digital, über „Potenzial und Konzeption von crossmedialem Marketing“, am 12. Mai veröffentlichte das DPRG Journal einen Beitrag zur Session von Daniel J. Hanke, Klenk & Hoursch AG, über Corporate Influencer, am 14. Mai dann zur Session von Cornelia Kunze, I-sekai, über unterschiedliche Werte von Frauen und Männern in der PR-Arbeitswelt. Weitere Beiträge werden folgen.

Das DPRG ZukunftsForum 2018 findet am 28. und 29. Juni an der Fresenius Hochschule in Hamburg statt. Veranstalter ist der Medienfachverlag Oberauer im Auftrag der DPRG. Das Event wird von Landau Media präsentiert und von namhaften Hamburger Kommunikationsberatungen unterstützt. Hier geht es zur Anmeldung und hier gibt es weitere Infos.