DPRG Gute Bilder 2017Technische Aspekte rund um Blende, Verschlusszeiten und Empfindlichkeit standen im Mittelpunkt des Foto-Workshops für PR-Profis am 7. Dezember an der Universität Hohenheim. In Kooperation mit dem Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik lud die DPRG-Landesgruppe Baden-Württemberg ein zum Workshop mit Henry Graffmann, selbstständiger Diplom-Fotodesigner. Rund 15 PR-Profis aus Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Agenturen und Kommunikationsberatungen kamen mit ihren Kameras und Smartphones im Gepäck zum Workshop, um nach einer Einführung in die technischen Grundlagen die unterschiedlichen Einstellungen an der eigenen Kamera auszuprobieren.

Alternative Lichtquellen sind besser als Blitzlicht

Vor Herausforderungen stellen PR-Fachleute immer wieder ungünstige Lichtverhältnisse in Veranstaltungsräumen und riesige Projektionsflächen im Hintergrund der Vortragenden. Graffmann berichtet den Teilnehmern aus seinem Erfahrungsschatz und empfiehlt vor Veranstaltungsbeginn einen ersten Gang durch die Räumlichkeiten. Dabei ist er immer auf der Suche nach Fenstern als natürliche Lichtquellen, damit er die zu fotografierenden Personen möglichst dort positionieren und ohne Blitz fotografieren kann. Im Laufe des Abends probieren die Teilnehmer mit ihren eigenen Kameras aus, wie ein über Raumdecke oder -wände geleiteter Blitz weicheres Licht auf die zu fotografierenden Personen werfen kann. Bei der Dokumentation von Vorträgen ist außerdem die Position des Fotografen wichtig. Statt die Redner frontal vor der Projektionsfläche zu fotografieren, sind seitliche Aufnahmen von Vorteil, damit die Personen durch die Projektion im Hintergrund nicht übernatürlich weiß im Gesicht erscheinen.

Zusammenspiel aus Perspektiven, Motiven und Bildaufbau

Um künstlerische Elemente geht es, wenn eine Bildsprache für ein Unternehmen entwickelt wird. Bildkomposition und -perspektiven sind wichtige Bestandteile. Klassiker wie der Goldene Schnitt aus der Bildenden Kunst oder eine Orientierung am Bildraster sorgen für ein möglichst harmonisches Bild. Im Hinterkopf der Fotografen sollte außerdem immer sein, für welchen Kommunikationskanal das Bild später verwendet wird. Hochformat oder Querformat? Diese Entscheidung erübrigt sich häufig, da hier die spätere Position des Fotos im Magazin beziehungsweise auf der Website dem Fotografen die Entscheidung abnimmt. Mehr Spielraum bleibt dem Fotografen bei der Perspektiv- und Motivwahl. Graffmann rät den Teilnehmer, „selbst unterschiedliche Motive zu suchen und alternative Perspektiven auszuprobieren“. Letztlich sucht er sich außerdem immer auch Inspirationen bei anderen Fotografen.

Automatik-Einstellungen an Kameras und Potenziale der Bildnachbearbeitung

Bei der Automatik-Einstellung schlägt die Kamera selbst die optimale Kombination aus Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeit vor. Etwas mehr Variabilität hat der Fotograf, wenn die Programmautomatik eingestellt ist. Denn dann werden Blende, Verschlusszeit und Empfindlichkeit zwar ebenfalls von der Kamera vorgeschlagen, aber diese Empfehlung der Kamera kann dann noch manuell angepasst werden. Um selbst ein Gespür für die richtige Kombination zu bekommen – und auch unter Zeitdruck schnell reagieren und anpassen zu können –, hilft nur das Üben und Ausprobieren. Aber: Auch in der Nachbearbeitung steckt noch viel Potenzial. Am PC oder auch mithilfe von Apps wie Snapseed und Lightroom am Smartphone, kann nachträglich noch viel am Foto optimiert werden. Einen kurzen Einblick in die Stellschrauben der Bildbearbeitung gibt Graffmann den Teilnehmern abschließend mit auf den Weg und diese sind sich einig, dass im nächsten Jahr nun auf den Foto-Workshop eine Workshopeinheit rund um die Bildbearbeitung folgen sollte.

Kirchenbauer Alena 2Biesinger Andreas 2Autoren: Alena Kirchenbauer und Andreas Biesinger sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim und Sprecher der Young Professionals der DPRG Landesgruppe Baden-Württemberg.