DPRG Henry GraffmannBeim Workshop „Gute Bilder für die PR-Arbeit – professionelle Bildbearbeitung“ kamen rund 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 7. Februar an der Universität Hohenheim zusammen, um für vier Stunden gemeinsam in die Praxis der Bildbearbeitung einzutauchen. In Kooperation mit dem Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim lud die DPRG-Landesgruppe Baden-Württemberg ein zum Workshop mit Henry Graffmann, selbstständiger Diplom-Fotodesigner. Nach einer Einführung zur Geschichte und zu ethischen Aspekten der Bildbearbeitung stellte der Referent die wichtigsten Dateiformate, Ansatzpunkte und Werkzeuge zur Bildbearbeitung vor. Anschließend übten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv an eigenen Bildern, ehe eine Frage- und Diskussionsrunde den Workshop beschloss.

Wie man die besten Voraussetzungen für die Bildbearbeitung legt

Die Möglichkeiten der nachträglichen Bildbearbeitung am Rechner stehen und fallen mit dem Ausgangsmaterial. Doch was zeichnet ein „gutes“ Foto aus? Graffmann empfiehlt, bereits in die Fotografie Zeit zu investieren – mit einer guten Kamera und einem Stativ ausgestattet. Auch das Dateiformat entscheidet über die Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Während im JPEG-Format bereits viele Informationen durch die Komprimierung verloren gehen, sind bei Fotos im RAW-Format sämtliche Daten der ursprünglichen Aufnahme enthalten und damit auch die Möglichkeiten der Nachbearbeitung größer. Für Basisbearbeitungen rund um die Helligkeit, den Kontrast und die Farbgebung – den drei zentralen Ansatzpunkten einer grundlegenden Bildbearbeitung – kann bereits mit dem RAW-Format gearbeitet werden, zum Beispiel mittels des Adobe-Plug-ins „Camera Raw“. Alle weiterführenden Bearbeitungen werden dann mit dem Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop vorgenommen.

Dos and Don’ts in der Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop

Vor Herausforderungen stellen PR-Fachleute immer wieder die vielen unterschiedlichen Werkzeuge in Adobe Photoshop. Grundsätzlich rät Henry Graffmann zur Bearbeitung definierter Bildausschnitte und zeigt die Grenzen der globalen Bildbearbeitung anhand von Auto-Korrekturen zu Farbtönen und Kontrasten sowie groben Auswahltools wie dem Zauberstab auf. Im Laufe des Abends probierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, wie sie definierte Bildausschnitte mithilfe der Tonwertkorrektur aufhellen oder ausgewählte Objekte unter Zuhilfenahme des magnetischen Lassos und dem Maskierungsmodus im Vergleich zu gröberen Tools und Auto-Korrekturen sehr viel präziser freistellen und bearbeiten können.

Das Prinzip der Ebenen

Für Graffmann ist bei der Bildbearbeitung zentral, dass das ursprüngliche Bild erhalten bleibt. Das Ebenenprinzip von Adobe Photoshop setzt daran an. Der Referent vergleicht das Prinzip der Ebenen mit Glasscheiben, die über das Bild gestapelt werden und pro Bearbeitungsschritt die damit verbundenen Veränderungen speichern. Per Mausklick kann ihre Reihenfolge verändert, können Bearbeitungen auf den Ebenen ausgeblendet oder gar komplett gelöscht werden.

Ein Programm – viele Möglichkeiten

Um selbst ein Gespür für das Arbeiten mit Ebenen und den vorgestellten Werkzeugen zu bekommen, hilft nur das Üben und Ausprobieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten unter Anleitung und im Austausch mit Graffmann an den von ihnen mitgebrachten Bildern. Im Zuge des Workshops erhielten sie auf diese Weise einen Einblick in das Feld der Bildbearbeitung und bekamen vor allem nützliche Techniken und Vorgehensweisen zur Arbeit mit Adobe Photoshop an die Hand. Mit diesen sind sie gut gerüstet und können anhand der erlernten Systematik die vielen Werkzeuge in Adobe Photoshop einordnen und bei Bedarf ihr Instrumentarium sukszessive erweitern und neue Bearbeitungswege austesten.

Autorinnen: 

Alena Kirchenbauer und Dr. Helena Stehle sind wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim und Mitglieder des Vorstands der DPRG Landesgruppe Baden-Württemberg.