DPRG Tagesspiegel 2017Der Beruf des Spitzenpolitikers ist bestimmt nicht immer schön. Da tingelt man monatelang im Wahlkampf durch die Städte, spricht mit Wählern in Sport- und Bürgerzentren, Gymnasien und Restaurants, schaut sich Kitas an, besucht Flüchtlingsunterkünfte und Fabriken – und am Ende eines Diskussionsabends schmettert einem trotzdem eine zirka 70-jährige Wutbürgerin entgegen, dass DIE Politiker sich von den Menschen entfremden würden, keine Ahnung hätten, „wie es in Neukölln aussieht“ und auch sowieso total abgehoben seien.

Diese Art von Pauschalvorwurf mussten sich Ralf Stegner (Foto: l.; ©Kai-Uwe Heinrich/Tagesspiegel), stellvertretender Vorsitzender der SPD, und sein CDU-Pendant Armin Laschet (m.) bei der Veranstaltung „Kommunikationsstrategien von Volksparteien in Zeiten der Politikverdrossenheit“ der DPRG Landesgruppe Berlin/Brandenburg und des „Tagesspiegel“ machen lassen, was zwar noch einmal richtig Leben in die Verlagsräumlichkeiten brachte, aber gleichzeitig für Verärgerung sorgte.

Der direkt angesprochene Stegner bedankte sich ironisch für die „differenzierte Betrachtungsweise“ der Zuhörerin. Moderator und „Tagesspiegel“-Herausgeber Sebastian Turner (r.) fand den Einwurf der Fragestellerin, die sich als angebliche ehemalige Chefreporterin von Deutschlands führender Boulevardzeitung sowie frühere Autorin zweier überregionaler Tageszeitungen vorstellte, gar nicht lustig. Mehr über die Veranstaltung am 27. März erfahren Sie in einem ausführlichen Bericht im "PR-Journal".

Fotocredit: Thomas Scharfstädt, Berlin