GASAG LED Messewand 1Themenabend zu History Communication bei der GASAG AG in Berlin sensibilisiert für Chancen und Risiken

Der Wert von History Communication besteht für Unternehmen darin, sich der eigenen unverwechselbaren Vergangenheit bewusst zu werden. Dabei bietet der historische USP eine grundlegende strategische Komponente, mit der Unternehmen Reputation fundiert begründen und Marken nachhaltig gestalten können.

Welche Benefits das Thema History Communication hat, war Gegenstand eines Themenabends eben dazu. Hierfür hatte der Vorstand der Landesgruppe Berlin/Brandenburg auch im Namen des Gastgebers – der Berliner GASAG AG – für den 25. Oktober DPRG-Kolleginnen und Kollegen sowie Gäste in die Zentrale der GASAG-AG nach Berlin-Mitte eingeladen. Verbunden mit einem fantastischen Blick von der Beletage auf den Hackeschen Markt und auf die deutsche Hauptstadt. Und, wie sich an diesem Abend zeigen sollte: Auf ihre Geschichte.

Knauber RainerRainer Knauber (re.), Leiter Konzernkommunikation und -marketing der GASAG AG, berichtete den rund 40 Teilnehmenden über das History-Communication-Programm seines Hauses im Zusammenhang mit dem Jubiläum „170 Jahre GASAG“ in 2017. Seine Ausführungen zogen die Gäste sofort in den Bann. Denn Knauber weiß, wovon er spricht. Einerseits zeigte der History-Communication-Ansatz der GASAG AG, welch zentrale Bedeutung individuelle Geschichten und Orte für das Energieunternehmen bis heute haben. Etwa in dem Lesebuch „Es werde Licht“, das die GASAG zum 170. Firmenjubiläum im letzten Jahr vorgelegte. Ein hochkarätiges Autorenteam führte hierfür fast zwei Jahre lang Interviews mit Mitarbeitern, Pensionären, Marktpartnern und Kunden durch. Auch stellt dieses Buch - das unter Einsatz des historischen Bildarchivs als Präsent für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für wichtige externe Stakeholder und Kunden konzipiert wurde - besondere Orte in Verbindung mit der Unternehmensgeschichte vor. Knauber entpuppte sich während seines Vortrags als profunder Kenner der Berliner Technik-, Energieversorgungs-, Stadt-, Sozial-, Kultur- und nicht zuletzt: ihrer Alltagsgeschichte.

Koch MatthiasMatthias Koch (li.), History Communication Consultant und Landesvorsitzender der DPRG Berlin/Brandenburg von 2000 bis 2008, hatte zuvor Einblicke in die begriffliche Basis sowie in ausgewählte Praxis-Beispiele dieses von ihm seit Jahren erfolgreich weiterentwickelten PR-Ansatzes gegeben. Koch ist freier PR-Berater sowie Public Affairs Consultant in Berlin. Der studierte Zeithistoriker und gelernte Agenturprofi berät Unternehmen und Not-For-Profit-Organisationen. Im Themenfeld History Communication bietet Koch inzwischen regelmäßig Coachings, Workshops sowie Seminare an und ist in der Szene ein gefragter Experte.

Nach den Impulsreferaten von Knauber und Koch standen beide den Teilnehmer/-innen für Fragen und Diskussion zur Verfügung. Selten gab es in letzter Zeit eine solch historisch fokussierte und leidenschaftliche Diskussion. Für DPRG-Leute gewinnt das Thema History Communication zurzeit deutlich an Fahrt. Nach jüngsten Diesel- und zunehmend stärker auftretenden Reputationsverlusten durch diverse – nicht selten personenbezogene Fehler – wird die fleckenfreie Geschichtsweste für Unternehmen immer mehr zu einem zentralen Bedeutungsanker im Reputations- und Content-Management.

„Professionelle History Communication bietet enorme Chancen. Sie braucht aber ein hohes Maß an Erfahrung, Wissen und Sensibilität. Das sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg, sonst kann schnell etwas schief laufen“, sagt Matthias Koch. Während die großen Chancen von History Communication in ihren Beiträgen zur Identitätsstiftung im Sinne einer Corporate Identity sowie zur Markenbildung eines Unternehmens lägen, gebe es andererseits auch gravierende Risiken. Derer müsse man sich prinzipiell bewusst sein, wenn man mit History Communication professionell beginnen möchte.

Es kann nach Kochs und Knaubers Beobachtungen sowohl um pikante Verstrickungen im Zusammenhang von zeit- und wirtschaftshistorischen Groß-Themen wie zum Beispiel die Zwangsarbeiterfrage während der Nazizeit oder die Häftlingsarbeit westdeutscher Unternehmen in der DDR gehen. Des Weiteren könne es in manchen Fällen um politisch inkorrektes Verhalten des eigenen Managements in der Vergangenheit gehen. Dabei reiche die Spannweite von schlichter Kriminalität bis hin zu den Grauwerten politisch inkorrekten Verhaltens, mangelnder Umweltsensibilität oder auch unsozialer Haltung. Diese Risiken werden in Fachkreisen als Geschichtsfallen bezeichnet. Sie können sich durch unkluges Ignorieren zu veritablen Kommunikationskrisen ausweiten, meint Koch. Durch eine wissenschaftlich-kritische Aufarbeitung der Firmenhistorie ließen sich diese Art von Risiken jedoch erheblich reduzieren.

Mehr Infos:
www.gasag.de 
www.koch-kommunikation.com

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