DPRG Digitale Ich 181123Die DSGVO hat nicht nur uns Kommunikatoren schlaflose Nächte beschert. Jahrelang angekündigt wirkte sie doch zunächst wie ein „Moving Target“. Niemand wusste so recht, was kommen würde und vor allem wann. Am 25. Mai dieses Jahres war es dann soweit. Die Absolutheit, mit der von allen Stakeholdern gehandelt wurde, um juristische Konsequenzen von Beginn an zu vermeiden, war beeindruckend. Eine Welle von angepasstem Aktionismus (so sind wir Deutschen!) dissoziierte den einen oder anderen Verteiler sowie das eine oder andere Geschäftsmodell. Andere europäische Länder waren dabei nicht ganz so beflissen. Grund genug für uns als Verband, am 23. November, ein halbes Jahr nach Einführung der DSGVO, mit Experten vom HIIG im Berliner Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft das Gespräch über die Situation und die Zukunft zu suchen.

„Das Gesetz ist viel klüger und moderner als wir das anfangs glauben wollten“, sagt Max von Grafenstein (Foto li.), Professor für Digitale Selbstbestimmung. Der Gesetzgeber hat einen Rahmen definiert, in dem viele Einzelbeispiele und Entscheidungen im Nachgang der Einführung determiniert werden müssen. Es besteht die Notwendigkeit der Co-Regulierung – schon, um Ungerechtigkeiten und Unklarheiten abzuschaffen. Grundsätzlich bietet das Gesetz die Chance, uns Europäern, wenn wir es richtig anstellen, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber angloamerikanischen oder asiatischen Unternehmen zu geben, die einen allzu lässigen Umgang mit dem Datenschutz pflegen. Das Pendel beginnt, in die andere Richtung auszuschlagen. 

Unsere DPRG-Mitglieder hatten viele Fragen und Beispiele parat. Das Thema ist aktuell. „Wir möchten uns im Nachgang zu dieser interessanten Veranstaltung mit dem HIIG und Professor von Grafenstein zu einer intensiven Beratung hinsichtlich des Themas zusammensetzen“, sagt Sabine Clausecker, Vorsitzende der DPRG-Landesgruppe Berlin-Brandenburg, „In der Co-Regulierung stecken für unsere Mitglieder viele Chancen. Unsere Gäste entschwanden mit dem Gefühl, dass aus schlaflosen Nächten möglicherweise spannende Chancen werden können.

Fotocredit: Thomas Scharfstädt, Berlin