No More PR TitelSpätestens seitdem angesagte Blogger die erste Reihe der New York Fashion Week besetzen, und – außer der Vogue – alle traditionellen Medienvertreter auf die „billigen“ Plätze verbannt wurden, ist klar: Die Medienwelt steht Kopf!

Sei es auf Snapchat, Facebook, Instagram, YouTube oder im Live-Stream: Alles wird gleichzeitig und von jedem dokumentiert. Zudem verschwimmen im Zeitalter der Digitalisierung zusehends die Grenzen zwischen Journalismus, PR und Werbung. Das birgt nicht nur Herausforderungen für Journalisten. Auch die PR-Welt muss sich fragen: No more PR?

Genau dieser zentralen Frage stellte sich Holger Sievert, Professor für PR und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Macromedia in Köln. Die von der DPRG, dem SJV und der saarländischen Staatskanzlei organisierte Veranstaltung am 30. August in Saarbrücken gab einen umfassenden Eindruck der heutigen – vorwiegend digitalen – Medienwelt und einen Ausblick in die Zukunft der PR-Welt.

Sievert verdeutlichte, was der aktuelle Medienwandel für die PR-Schaffenden bedeutet, und zwar: Anpassungsfähigkeit, kreatives Querdenken und vor allem mit unterschiedlichsten Kommunikationskanälen jonglieren, um möglichst alle Stakeholder überzeugend zu erreichen – aus einem Pressesprecher wird so ein Kommunikationsmanager.

Die klassische Pressemitteilung müssen wir jedoch vorerst noch nicht begraben, denn: Die traditionelle PM liegt immerhin noch auf Platz 4 der Journalisten-Quellen; das Internet übrigens auf Platz 1, wer hätte das gedacht?

Für die Zukunft gilt aber: Botschaften noch gezielter in digitalen Kommunikationskanälen verbreiten und den Schwerpunkt auf eigenen Content setzen (mehr Storytelling, weniger trockene Infos); und genau hier bietet der digitale Wandel spannende Möglichkeiten. „PR isn’t dead – just different“, sagt Holger Sievert – und künftig werden PR-Kompetenzen mehr denn je benötigt.

Klein ThorstenAutor: Thorsten Klein (Foto) ist Regierungssprecher des Saarlandes mit Sitz in der Staatskanzlei in Saarbrücken, und Mitglied des Vorstands der DPRG-Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland.