DPRG Social Bots NDS BremenUm die Kommunikation zwischen Mensch und Bot sowie rein zwischenmenschliche Kommunikation ging es auf einer Veranstaltung der DPRG-Landesgruppe Niedersachsen-Bremen. Diese fand am 27. März in der Kommunikationsagentur Innoreal in Hannover statt. Über wenige Themen wird im Moment so heiß in der PR- und Marketing-Branche diskutiert wie über Social Bots. Der Berliner Experte für Public Affairs und Digitale Kampagnen, Sergius Seebohm, beleuchtete in seinem Vortrag das Thema „Social Bots“ aus der Perspektive der Unternehmenskommunikation. Ob Maschinen bald Menschen ersetzen werden? Das ist die Frage, die auch Fachkräfte aus der Kommunikationsbranche zunehmend beschäftigt.

Werden wir Menschen als Arbeitskräfte obsolet? Nicht unbedingt, wie Seebohm in seinem Vortrag zeigte: Es gibt Dinge, die Maschinen besser können, und es gibt Dinge, die Menschen besser können. Wie der digitale Wandel das Kommunikationsmanagement verändern wird, erklärte der Referent anhand aktueller Trends. Im Anschluss beschäftigten sich die Teilnehmer etwas intensiver mit dem Thema Bots in den sozialen Medien oder im Kundenservice.

Das Fazit der lebendigen Diskussionsrunde: Social Bots können die Kommunikation mit den Kunden und Interessenten unterstützen, wie zum Beispiel in Form interaktiver und individualisierter Informationsvermittlung – so etwas wie „FAQ 2.0“. Transparenz gegenüber den Zielgruppen ist dabei vorausgesetzt. Diese sollen wissen, dass hinter der Antworten ein Bot und nicht eine echte Person steht.

Innoreal Akademie: Fragen stellen für Fortgeschrittene - aktueller Input für’s Führen von Interviews

Im zweiten Teil des Abends ging es um zwischenmenschliche Kommunikation. Kommunikationsfachleute und „Fragen stellen können“ – das ist einerseits selbstverständlich und bleibt andererseits eine Herausforderung: Nachhaken und dranbleiben, aber bitte so, dass sich der Interviewte wohl fühlt und gern von seinen Themen erzählt. Gudrun Jay-Bößl, Beraterin, Coach und Dozentin der Innoreal-Akademie, demonstrierte in einem Live-Interview den ungewöhnlichen Methoden-Mix: Eine Interview-Herangehensweise, die PR-Know-how mit Coaching-Elementen verbindet und so zu sehr produktiven Ergebnissen führt.

Hier einige Tipps für den Interviewer:

  • Bitte eine zugewandte, freundliche und am Anderen interessierte Haltung einnehmen. Lächeln. Wer etwas mitschreiben will, dies bitte ankündigen („Ist es o.k., wenn ich mir Notizen mache?“) und zwischendurch immer wieder den Blickkontakt zum Gegenüber suchen und halten.
  • Körpersprachlich eine ähnliche Haltung wie der Interviewte einnehmen – auch in Gestik und Stimme.
  • Wesentliche Worte und Halbsätze des Interviewten wiederholen, auch mal ein verständiges „Hm, hm“. Ruhig ein paar Sekunden warten – der Andere wird schon weitersprechen…
  • Keine eigenen Kommentare oder Geschichten einbringen!!
  • Eventuell (bei sehr kurzen Antworten) ein „Und was noch?“ ergänzen. Das mehrmalige Nachfragen führt zu den intensivsten Geschichten, die auch viel mit den Werten der/des Befragten zu tun haben.

In Dreier-Settings erprobten die Teilnehmer das neue Format: Ein Interviewer, ein Befragter, ein Beobachter. Der/Die Letztgenannte gab dann ein Feedback in der kleinen Runde – was wurde wahrgenommen, was war hilfreich, wo kann man noch ein bisschen üben?

Fazit: Die neue Herangehensweise erfordert ein bisschen Mut und ein bisschen Übung. Aber sie bringt schöne Erkenntnisse und viele Ergebnisse. In bester Stimmung plauderte die PR-Runde anschließend noch über die neuen Erfahrungen aus der Innoreal Akademie.

Autorinnen: Gudrun Jay-Bößl, Mitglied des Vorstands der DPRG-Landesgruppe / Alina Chivu, Innoreal GmbH, Hannover

Fotocredit: Ralf Thyrann, Hannover