DPRG Sachsen Gamification 2017„Mensch, ärgere dich nicht“ – spätestens nach diesem Abend der DPRG-Landesgruppe Sachsen mit Referent Florian Prehn ist klar: Das Spiel aus Kindertagen ist noch immer ein Renner und kann heute Impulse für die tägliche Kommunikationsarbeit geben. Gamification heißt das Zauberwort – und auch die Strategie, mit der Kommunikatoren spieltypische Elemente in spielfremde Kontexte bringen.

Dabei geht es in Marketing und Kommunikation vor allem darum, zu motivieren, die Loyalität der Zielgruppe zu steigern und Erlebnisse zu schaffen. Florian Prehn, User Experience Designer und selbst leidenschaftlicher Brettspieler, erläuterte den gespannten Teilnehmern auf einer Veranstaltung der DPRG Sachsen am 20. September in Dresden, wie man Zielgruppen spielerisch erreicht.

Das klingt spannend und nach einem guten Plan, erst recht, wenn man sich bewusst macht, dass das Spielen – auch bei Erwachsenen – wieder „IN“ ist. 21 Prozent der Deutschen treffen sich regelmäßig zum Scrabbeln, Tabu oder Kartenspiel. Deutschland gilt mit rund 350 Millionen Euro Umsatz bei Gesellschaftsspielen als einer der wichtigsten Spielemärkte Europas. 

Das Spielen wird von Kind auf gelernt. Doch Gamification, die, so Prehn, „bewusste Einbindung von spielähnlichen Erfahrungen in die Kommunikation oder im Marketing“, will gelernt sein.

Prehn stellte praxisnahe Methoden und Tools dieses Konzeptansatzes vor und gab den Teilnehmern die passende Spielanleitung mit. In seinem Vortrag ging es um aktivierende Kräfte, um Emotionen, das passende Storytelling. Dabei zeigte er: Die Idee, spieltypische Elemente einzusetzen, ist nicht neu. Rabattmarken als eine der ältesten Bindungsmaßnahmen oder Bonusmeilen, die Kunden zum Sammler und Wiederkehrer machen, sind bekannt. Doch Gamification geht noch weiter. Neben dem Belohnungssystem sind es auch Herausforderungen, Feedback und Interaktionen, die die Kunden binden.

Folgende Punkte sollten laut Prehn in der Konzeption Beachtung finden:

Ein Ziel, eine Geschichte, Zwischenziele, Wegweiser und Orientierung, kleine und große Hindernisse, verstärkendes und ehrliches Feedback.

Gespielt wurde an diesem DPRG-Abend natürlich auch – verbunden mit der Aufgabe, das wohl bekannteste Spiel neu zu gestalten und weiterzuentwickeln. „Mensch ärgere dich nicht“ hieß es da. Neue Stories wurden erdacht, die Regeln geändert und Aktionsmodule hinzugebracht. Dafür tauchten die Teilnehmer ab in Unterwasserwelten oder verlegten kurzerhand das Parlament aufs Spielbrett.

Neben dem festen Vorsatz, öfter mal wieder das Spielbrett auszupacken, blieben vor allem viele Anstöße für die Kommunikationsarbeit: Bekanntes neu denken, der Zielgruppe spielerisch begegnen und sie mit gelernten Mechanismen zur Beschäftigung mit einem Thema, einem Unternehmen, einer Dienstleistung oder Marke zu bringen.  Florian Prehn als Spielleiter – für Teams oder in Konzeptphasen – ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Autorin: Karoline Marschallek, Dresden