PR Fussball 2Am Freitag startet die Fußball EM 2016 in Frankreich. Bis zum Finale am 10. Juli im Stade de France in Saint-Denis wird Fußball-Deutschland mitfiebern, -feiern und (hoffentlich nicht allzu oft) mitleiden. Grund genug für das DPRG Journal, sich des Themas „PR und Fußball“ anzunehmen.

Begeisterung, Emotionen und Leidenschaft sind einige der Stichwörter, die im Zusammenhang mit Fußball genannt werden. Was das mit PR zu tun hat? Dazu hatten wir PR-Schaffende befragt. Zwei Antworten hatten wir bereits hier und hier veröffentlicht. Weitere vier Antworten sind in der Beilage des DPRG Journals zum PR Report 03/2016 zu finden. Heute lassen wir Peter von Kageneck und Sebastian Weber, Masterstudenten Communication Management an der Universität Leipzig, zu Wort kommen.

Der Reiz des Irrationalen: Zu Besuch bei den Roten BullenVon Kageneck Peter Fussball

Gute Sicht, gutes Wetter, nette Stimmung. Ich stehe das erste Mal in dieser wohlgeformten Grube namens Red-Bull-Arena. „Schon schön hier“, denke ich, Komfort-Fußball. Zugleich freue ich mich, dass ich mein erstes Mal Leipziger Profifußball in der Gästekurve erlebe – und das nicht einmal in den schwarz-gelben Farben meiner Alemannia.

Bis dato habe ich an allen Stationen eine Verbindung zum ansässigen Profiklub entwickelt. Für den Zivildienst nach Oxford: mit „Yellows“-Sprechchören und Viertliga-Schal zurückgekommen. Für den Bachelor Journalismus und PR nach Gelsenkirchen: Als Tourguide tausende Fußballverrückte durch die Arena gejagt. Fürs Volontariat nach Bielefeld: ab und zu auf die Alm. Und jetzt, nach mehr als einem halben Jahr Leipzig – mittlerweile als Masterstudent Communication Management – bin ich beim ersten Auswärtsspiel der Arminia.

Mit den Roten Bullen tu‘ ich mich schwer. Klar, eine beeindruckende Marketingmaschine, ein aufstrebender Verein für einen gewiss unterrepräsentierten Teil Deutschlands. Doch ich merke, wie ich beim 1:0 für RB wütend werde. Nicht, weil an Arminia Bielefeld mein Herz hängt. Weil dieser verschriene „moderne Fußball“ immer entschlossener auf dem Vormarsch ist? Vielleicht. Abschließend lassen sich die Emotionen nicht erklären – zum Glück. Dafür stehen so viele nach fünf Tagen Redaktion, Studium oder Agentur wieder so gerne in der Kurve. Wegen der Unberechenbarkeit und Irrationalität, die den Sport attraktiv machen. In der Aachener Regionalliga vielleicht etwas mehr irrational, in Leipzigs Aufstiegsjahr vielleicht ein Tick mehr attraktiv.

Peter von Kageneck, Masterstudent Communication Management an der Universität Leipzig, und Fan von Alemannia Aachen

Fan von Bayer Leverkusen: Eine Frage der Begeisterung

„Wie kann man bloß Fan von Bayer Leverkusen, diesem Pillenverein, sein?“ Diese Frage höre ich immer wieder, wenn ich erzähle, für welchen Verein mein Herz schlägt. Ich bin in Gelsenkirchen geboren, in Essen aufgewachsen und ein richtiges Kind aus dem Pott. Gerade deswegen muss ich mich häufig rechtfertigen, gibt es doch in unmittelbarer Nähe nicht wenige Alternativen: Schalke 04, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln. „Wieso denn dann ausgerechnet Bayer 04“?

Weber Sebastian TitelDie Antwort: Begeisterung! Wenn man Fan wird, dann nicht, weil man die Wirtschaftlichkeit des Vereins positiv bewertet oder die Pokale zählt. Es geht um Begeisterung – für eine Stadt, einen Spieler, für die Art, wie eine Mannschaft Fußball spielt. Man lässt sich mitziehen von Freunden, die gemeinsam einen Verein anfeuern, oder von Eltern, die einen mit ins Stadion nehmen. Meine Begeisterung hat der Spieler Robson Ponte geweckt. Ich weiß gar nicht mehr, ob es die Tricks des Brasilianers waren oder meine Lieblingsrückennummer, aber ich wurde Fan – bevor ich irgendwas vom Fußballbusiness verstand. Ich mag meine Werkself. Ich mag Bayer 04. Ich mag die Bayarena, Rudi Völler und vielleicht auch die Spielvereinigung Unterhaching. Ich bin immer noch begeistert.

Und eine derartige Begeisterung ist fundamental für PR und Kommunikation. Es braucht Kommunikatoren, die ihre Arbeit mit Leidenschaft machen, die Kommunikationsprodukte entwickeln, die faszinieren. Genauso ist es die Funktion von Kommunikation, Begeisterung zu wecken. Begeisterung für ein Produkt, eine Marke, ein Unternehmen – oder einen Fußballverein.

Sebastian Weber, Masterstudent Communication Management an der Universität Leipzig, ehemals Stellv. Vorstandsvorsitzender des LPRS e.V.

Anmerkung: Heute hatten wir bereits die Antworten von Frank Behrendt, Senior Advisor fischerAppelt AG, und Mirko Kaminski, Geschäftsführer/CEO der achtung! GmbH, veröffentlicht.