Messe Stuttgart 2016 1Warum Messekommunikation auch im digitalen Zeitalter keineswegs an Relevanz eingebüßt hat und was Kommunikationsarbeit mit einer umgedrehten Ketchup-Flasche zu tun hat, erklärte Markus Vogt, Bereichsleiter Kommunikation der Messe Stuttgart, auf einem Vortrag am 13. Dezember.

Dieser fand im Rahmen der Ringvorlesung „Aktuelle Themen aus PR und Unternehmenskommunikation“ an der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) statt.

Von Messekommunikation und umgedrehten Ketchup-Flaschen

Vor einigen Jahren noch totgesagt, geht es dem Messewesen in Deutschland heute besser denn je – trotz Digitalisierung. Das liegt laut Vogt auch daran, dass sich die Messen bereits frühzeitig auf die Veränderungen im Markt eingestellt haben. Ähnlich wie bei einer auf dem Kopf stehenden Ketchup-Flasche wisse man, dass in naher Zukunft ein großer Umbruch kommen würde. Man könne zwar nicht genau sagen, wann es soweit ist, müsse beim Eintreffen jedoch trotzdem gut vorbereitet sein und schnell reagieren. Vogt glaubt, dies sei dem Messewesen bisher gut gelungen, auch wenn der Umbruch noch lange nicht zu Ende ist.

Einen weiteren Grund für die positive Entwicklung von Messen sieht Vogt aber auch im großen Interesse jüngerer Menschen für das Format „Messe“. Vor allem die Generation-Y sei online sehr gut vernetzt und wolle diese Vernetzung auch ins reale Leben übertragen, so Vogt. Dafür wären Messen eine ideale Plattform. Auch die Aufmachung der Messestände zollt dieser Entwicklung Tribut: Es werden immer weniger Produkte ausgestellt und stattdessen Räume geschaffen, in denen die Besucher mit den Ausstellern in Kontakt kommen können.

Kommunikationsarbeit von Messeverantstaltern

Doch nicht nur die Kommunikationsarbeit auf Messen birgt Herausforderungen, auch die Kommunikation von Messen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Als große Herausforderung sieht Vogt die Ausrichtung der Kommunikation auf soziale Medien. Dabei wird die Produktion von gutem Content, der über verschiedenste Kanäle publiziert werden kann, zur zentralen Aufgabe der Kommunikationsabteilung. Dies macht eine noch engere Zusammenarbeit mit den Ausstellern unerlässlich − sind sie es doch, die für die Schaffung von Berichtenswertem auf den Messen zuständig sind.

Die Ausrichtung auf soziale Medien ist auch deshalb so wichtig, da junge Menschen oft nur hier erreicht werden können. Die Messe Stuttgart versucht den neuen Anforderungen unter anderem gerecht zu werden, indem sie immer mehr soziale Kanäle in ihr Portfolio aufnimmt und diese bespielt. Auf der Messe „Animal“ war beispielswiese eine von der Messe Stuttgart angeheuerte Schüler-Redakteurin unterwegs, die von ihren Erlebnissen live auf Snapchat berichtete.

Service über Social Media

Neben klassischen Kommunikationszielen liegt der Fokus der Messe Stuttgart beim Einsatz sozialer Medien aber auch auf der Bereitstellung zusätzlicher Services. Besucher stellen immer häufiger Fragen zu den Messen über sozialen Medien. Um eine schnelle Beantwortung mit passendem Inhalt sicherzustellen, kümmert sich während der Messen ein Mitarbeiter ausschließlich um die ankommenden Fragen.

Doch auch für Aussteller möchte die Messe Stuttgart mit Hilfe sozialer Medien einen Mehrwert generieren. Über den zu jeder Messe eingerichteten Whatsapp-Newsletter können Besucher kurzfristig über Aktionen informiert werden. Eine Abfrage bei der Registrierung macht es möglich, nur die Besucher anzusprechen, die am jeweiligen Tag tatsächlich auf dem Gelände sind.
Dass Messekommunikation ein relevantes Thema ist, steht für Vogt außer Frage. Für die Zukunft wünscht er sich, dass sie auch in der Ausbildung des Nachwuchses einen größeren Stellenwert einnimmt.

Weitere Informationen zum Vortrag finden Sie hier.

Kirchenbauer Alena 2Biesinger Andreas 2 Autoren: Alena Kirchenbauer und Andreas Biesinger sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Fachgebiet Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim und Sprecher der Young Professionals der DPRG Landesgruppe Baden-Württemberg.

 

 

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