Beyersdorfer KatharinaBoelke LarsDer Arbeitskreis Finanzkommunikation hatte sich unter der neuen Leitung von Lars Boelke (Foto re.)  und Katharina Beyersdorfer (Foto li.) auf Einladung der Covestro Deutschland AG getroffen. Im Mittelpunkt stand zum einen das Thema „Dreiecks-Beziehung Aufsichtsrat, Vorstand und Kommunikationsabteilung“. Hier wurden Einblicke in die aktuelle Forschung mit anschließendem Erfahrungsaustausch und Diskussion von der Referentin Sandra Tietz (Universität Leipzig) gegeben.

Der Vortrag begann mit der Erläuterung der Ausgangslage, denn grundsätzlich ist die Kommunikationsabteilung an den Vorstand gebunden. Doch auch der Aufsichtsrat hat ein Informationsbedürfnis, wenn es um die Wahrnehmung und Reputation des Unternehmens geht. In einigen Fällen braucht der Aufsichtsrat sogar eine Empfehlung, inwiefern er auf Anfragen von Stakeholdern reagieren oder sich öffentlich äußern sollte. Gleichzeitig ist aber der Vorstand der Repräsentant des Unternehmens. Diese Dreiecks-Beziehung birgt Konfliktpotential. Fragen wie „Welche Rolle kann und soll die Kommunikationsabteilung dabei spielen?“ oder „Wie sieht die Realität in den Unternehmen aus: Vertrauensvolles Miteinander oder ein Sitzen zwischen den Stühlen?“ wurden intensiv diskutiert.

Zum anderen wurde das Thema „Aktivistische Investoren – von Saulus zu Paulus?“ präsentiert und diskutiert. Denn aktivistische Investoren sind in Europa und auch in Deutschland auf dem Vormarsch. Bei ihren Kampagnen kommunizieren sie häufig öffentlich und versuchen so, Unterstützer für ihre Positionen und Forderungen zu gewinnen und zugleich Druck auf das Management des Zielunternehmens auszuüben. Zugleich wandelt sich die öffentliche Wahrnehmung der aktivistischen Investoren. Bis vor kurzer Zeit noch als „räuberische Aktionäre“ verschrien, werden sie nun teils bereits als Antreiber eines nötigen Wandels gesehen, die den Wert eines Unternehmens auch für alle anderen Aktionäre maßgeblich steigern können.

Die Referenten Hendrik Bender und Jobst Honig (beide Hering Schuppener Consulting) gaben einen Einblick in die aktuelle Activism-Landschaft in Deutschland, zeigten das Vorgehen von Aktivisten auf und gaben gleichzeitig Empfehlungen wie Unternehmen sich auf Angriffe beziehungsweise die Abwehr von Angriffen vorbereiten können.

Hinweis in eigener Sache:

Sollten Sie interessante Themenvorschläge haben oder möchten Gastgeber werden, melden Sie sich gerne (Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)! Die Arbeitskreistreffen finden zweimal jährlich bei einem Mitgliedsunternehmen statt. Die nächste Veranstaltung wird voraussichtlich in Q4 2018 sein. Die Termine werden regelmäßig auf der Webseite der DPRG veröffentlicht. DPRG-Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen.