Brueckenschlag Berlin 2019Angesichts von massivem Stellenabbau in vielen Medienhäusern suchen viele Journalistinnen und Journalisten eine neue Berufsperspektive in der PR. Vor diesem Hintergrund beleuchtete der Kongress „Brückenschlag – Kommunikation in unruhigen Zeiten“ des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) am 22. März in Berlin die Gemeinsamkeiten und Unvereinbarkeiten beider Kommunikations-Berufe.

Als „roter Faden“ zog sich durch die einzelnen Panels (wie Multi-Channeling, KI in der PR oder Seitenwechsel) die Gemeinsamkeit von Journalisten und Pressesprechern: Beide bedienen sich professioneller kommunikativer Mittel, um ihre Aufgaben zu erfüllen. „PR muss verantwortungsvoll sein und darf nicht der Versuchung erliegen, Werbebotschaften als journalistischen Content zu verkaufen“, brachte eine Teilnehmerin das Anforderungsprofil auf den Punkt. Dazu gehören auch Journalistinnen und Journalisten, die sich im Zweifel gegen die Wünsche von Anzeigenabteilungen ihrer eigenen Medien stellen.

Vor falschen Vorstellungen, die sich an einen Wechsel vom Journalismus in die PR knüpfen, warnte Robert von Heusinger, Head of Communications and Public Affairs Deutschland bei der internationalen Großbank HSBC. Mit ihm hatten die Veranstalter einen hochkarätigen Keynote-Speaker eingeladen, der „beide Seiten des Schreibtisches“ kennt. Er gab Einblicke in die oftmals aufwändigen Prozesse, die Veröffentlichungen einer Unternehmensmitteilung vorangehen. Wenn Journalisten sich dafür interessierten, in die PR zu wechseln, müssten sie akzeptieren, dass sehr viele Ebenen – von der der Kommunikation über Recht und Compliance bis zu diversen Vorständen – mitbestimmten, was und wie kommuniziert wird. Der Kongress, zu dem auch Mitglieder der DPRG eingeladen waren, war der erste DJV-Kongress seit vielen Jahren, der sich speziell an Journalistinnen und Journalisten in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit richtete.

Foto: Thomas Scharfstädt, Berlin