Vitzthum Georg GrafIn seinem Beruf hatte er viel und häufig Kontakt mit den Großen in Sport und Unterhaltung. Für seinen Arbeitgeber kommunizierte er in vielen Ländern der Erde – vor allem in Ost- und Mitteleuropa. Er schuf Netzwerke und schrieb PR-Geschichte. Dabei verstand er selbst seine professionelle Rolle als einer, der Kommunikation ermöglichte, sich aber nicht selbst in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit schob. Rund drei Monate nach seinem 101. Geburtstag verstarb in Frankfurt DPRG Ehrenmitglied Georg Graf Vitzthum (Foto).

Der DPRG gehörte der gebürtige Dresdner seit 1971 an. Im gleichen Jahr wurde er Leiter der Abteilung Presse und Information von Coca-Cola Mitteleuropa. Seinen Schreibtisch in Essen sah er in manchen Jahren nur selten. Zu seinem 65. Geburtstag las man in der Mitarbeiterzeitung: „Wer Graf Vitzthum in seinem Büro aufsucht, muss viel Zeit mitbringen und geschickt die Pausen zwischen dem Läuten des Telefons nutzen, das sein mit Abstand wichtigstes Arbeitsinstrument ist. Da geht es um sportliche Veranstaltungen, von der Weltmeisterschaft bis zum Lokalturnier…“ Er verhandelte auf Augenhöhe mit Prominenten wie Max Schmeling und Unternehmern wie Sportpionier Adolf „Adi“ Dassler und vielen anderen dieser Zeit. 

Sein profundes Fachwissen in Sachen PR erwarb der studierte Volkswirt zunächst als Marketing-Profi in der Baubranche. Doch dort hielt es ihn nicht. Seit etwa 1952 bestimmten Presse- und Öffentlichkeitsarbeit seinen Berufsweg. Er wurde Geschäftsführer mehrerer Werbeagenturen und baute in dieser Zeit zielstrebig ausgezeichnete Kontakte zur gerade wiederauflebenden, westdeutschen Medienlandschaft auf. Diese Basis verhalf dem begabten Netzwerker zu einem Anruf und Angebot aus der Zentrale des Essener Getränkekonzerns. Er blieb dem Unternehmen bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben 1988 treu. Graf Vitzthum zählte zu den ersten PR-Chefs, die das Sport-Sponsoring als Schlüssel zu den Märkten entdeckten. Ihm gelang es damit in einer Zeit, als die Grenzen zu Osteuropa noch durch den Eisernen Vorhang versperrt waren, Trennendes zu überwinden.

In seinem Beileidsschreiben an die Familie würdigten DPRG-Präsident Norbert Minwegen und der hessische Landesgruppenvorsitzende Torsten Rössing den Verstorbenen: „Gestützt auf eine wahrhaft beeindruckende Berufs- und Lebenserfahrung hatte er für die DPRG, insbesondere für seinen Heimatverband Hessen, Rheinland-Pfalz, immer ein offenes Herz. Dafür danken wir und sind froh, Teil seines Lebensweges gewesen zu sein.“