Macht der Stimme 2017

Unsere Stimme sorgt machtvoll, oft unbewusst für Sympathie und Überzeugungskraft. Die meisten Menschen benutzen ihre Stimme unbewusst. Aber wenn man die Möglichkeiten der Stimme selbst entdeckt, spürt man die Wirkung sofort. Nach einer kurzen theoretischen Einführung ließ Vera Finck die Teilnehmer der DPRG-Veranstaltung „Vortrag für PR-Profis: Die Macht der Stimme“ am 28. November im Heidelberger Dezernat 16 auf dem imaginären Kutschbock sitzen oder auf einem Surfbrett stehen. Es beeindruckte wohl alle Anwesenden – kleine Änderungen können Situationen stark verändern.

PR-Profis brauchen Ihre Stimme jeden Tag, um in Meetings Gehör zu finden, mit Kunden zu telefonieren, Vorträge zu halten oder Journalisten zu überzeugen. Dabei ist allen Profis im Grund klar: In der persönlichen Interaktion überzeugen in erster Linie Körpersprache und Tonalität. Dann erst kommt der Inhalt. Wir sagen mehr mit dem Körper und der Stimme, als mit dem Mund.

Doch noch immer fokussieren sich PR-Profis fast zu 100 Prozent auf Inhalte und Worte – was wichtig ist, denn der Inhalt muss stimmig sein. Doch über Körper und die Tonalität macht sich kaum jemand bewusst Gedanken: So steht man mit durchgestreckten Knien hinter einem Rednerpult und die Stimme bleibt im Korridor des Normalen – langweilig. Das Langweilige mag auch mal bewusst inszeniert sein auf einer Quartalskonferenz mit mäßigen Zahlen, bei der Zuschauer wegnicken sollen. Aber in der Regel wünschen sich Zuschauer aktive, überzeugende, inspirierende Redner – auch in kleinen Kreisen und One-to-One-Telefonaten.

Das Mischpult der Stimme

Die Stimme wirkt schon auf den Rezipienten, bevor die Inhalte diesen wirklich erreichen: Sie klingt unsicher, klingt arrogant, klingt sympathisch, klingt kompetent. Jeder Redner stellt sein Publikum mit der Stimme quasi ein: Will der Zuschauer bei dieser „Stimmung“ bleiben, einschlafen oder gar gehen? Wir lieben manche Stimmen und ertragen andere nicht. Wenn man sein stimmliches Mischpult gut einstellen kann auf Menschen und Situationen, kann man in allen Situationen mehr erreichen.

Beispielsweise kommt der Chef wütend auf einen Mitarbeiter zu: Ein Fehler ist passiert. Die Stimme des Chefs ist laut und aggressiv. Viele Mitarbeiter tappen nun direkt in die Rechtfertigungsfalle – doch wer beispielsweise ausatmet, kurz in sich geht, zuhört, verändert die Situation. Sie eskaliert nicht, sondern der Weg zu Lösungen ist geöffnet.

Vera Finck brachte den Teilnehmern des Events das stimmliche Mischpult in praktischen Übungen näher: Was kann man mit dem Körper, der Atmung, dem Tempo, dem Klang, der Artikulation und Modulation der Stimme erreichen und was sind die Wirkungen auf das Gegenüber?

Finck bot Bilder an, die Haltungen verstärken, wenn man sie sich beim Reden vorstellt: Man sitzt auf einem Kutschbock und hat sechs Pferde vor sich, wenn man Aufmerksamkeit möchte. Oder man findet einen sicheren Stand, indem man in der Vorstellung auf ein Surfbrett steigt, auf dem man die Balance halten muss. Dies hilft, eine gelöste und gleichzeitig aktive Haltung einzunehmen. Plötzlich wirkt man inspirierender.

Alle Tipps des Events waren direkt anwendbar und werden wohl manches Meeting intensiver machen.

Wer mehr wissen will, kann sich bei Vera Finck Newsletter und Download zum Thema bestellen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Aber es sei gesagt: Anschauen und lesen reicht nicht – man muss es selbst machen und spüren und üben.

Schick Uwe 2Autor: Uwe Schick ist Gründer und Kommunikationsberater. B2B. Konzeption. Content. Absatzförderung. Er liebt Literatur, Filme und Musik. Außerdem ist er Hobbybrauer.