Creative Camp HdM 2018 1Zum Creative Camp des Studiengangs Crossmedia-Redaktion/Public Relations der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) kamen am 8. und 9. Juni Studierende und junge Berufseinsteiger aus der Region Stuttgart in der HdM zusammen. Ihr Ziel: dem ansteigenden Müll im Stadtgebiet entgegenzuwirken.

Die Teilnehmer lernten, wie sie ihre Kreativität durch gezielte Techniken entfalten können. Erst am Tag des Kreativ-Workshops erfuhren sie vom Thema und dem Projektpartner Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Überfüllte Mülleimer, verklebte Kaugummis auf dem Gehweg, zerbrochenes Glas neben dem Kinderspielplatz - gerade nach einer langen Wochenendnacht wirken manche Plätze in der Stuttgarter Innenstadt wie ein Schlachtfeld. Das Räumkommando fährt signalfarbene Autos und trägt Papierpicker aus Silberstahl mit sich.

"Littering", auf Deutsch Vermüllung, sei spätestens in den vergangenen Jahren ein enormes Problem geworden, sagt Kathrin Diez. Die Fachfrau von der Abfallwirtschaft Stuttgart stellte den Teilnehmern des diesjährigen Creative Camps die Problemstellung vor. Sie zeigte Bilder der Stuttgarter Müll-Brennpunkte und brachte die Anwesenden ins Grübeln - schließlich feiern jedes Wochenende auch viele Studierende unter freiem Himmel. "Das Problem ist wesentlich vielseitiger", beruhigte Kathrin Diez ihre Zuhörer. Potenzielle Müll-Verursacher kämen aus vielen verschiedenen Altersgruppen.

Konkrete Ideen entstanden unter Zeitdruck

Ein vielseitiges und öffentlichkeitswirksames Problem also, dem sich die Camp-Teilnehmer durch verschiedene Kreativitätstechniken näherten und unter Zeitdruck konkrete Ideen zur Problemlösung entwickelten. Die Teams waren dabei wild gemischt: vom Medienwirtschaftsstudenten über die PR-Volontärin bis zum angehenden Experten für Elektrotechnik. Am Ende des Tages waren die Ergebnisse der Gruppen auch deshalb ebenso vielfältig. Im Mittelpunkt vieler Ideen standen attraktivere und sichtbarere Mülleimer. Wenn Kreativität lernbar ist, sollte es der Extra-Meter zum Abfallkorb auch sein, waren sich die jungen (Neu-)Kreativen einig. "An welchem Beispiel wir Kreativitätstechniken üben, spielt letztlich keine Rolle. Deshalb bin ich froh, dass ich das Team für eine Aufgabe mit gesellschaftlicher Relevanz entschieden hat - und dass unser Projektpartner Abfallwirtschaft Stuttgart sich auf das Projekt mit uns eingelassen hat", sagte Dr. Swaran Sandhu, Professor im Studiengang, der das Projekt betreute.

"Kreativität ist kein Zaubertrank"

Bereits am Freitag startete das Creative Camp mit einem Vortrag von David Nelles, Head of Creative Planning der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon. Er gab den Zuhörern vor allem eines mit auf den Weg: Kreativität ist lernbar. Dazu gehöre auch immer Disziplin, denn oft ist eine saubere Recherche der Grundstein einer guten Idee. Auch aus diesem Grund richtete sich das Camp nicht ausschließlich an Menschen, die sich selbst als äußerlich kreativ beschreiben würde. "Kreativität ist kein Zaubertrank, sondern lässt sich lernen. Für Organisationen aller Art wird das Querdenken und der Perspektivenwechsel immer wichtiger, weil niemand mehr sagen kann, wie die Zukunft aussehen wird", erklärte Sandhu.

Das Creative Camp wurde von Studierenden des 4. Semester mit der Vertiefungsrichtung Public Relations geplant und umgesetzt. Für ein ganzes Semester arbeiteten die angehenden Kommunikationsexperten in verschiedenen Teams wie Organisation, Programm, Promotion und Sponsoring.

Text und Bilder sind von Studierenden des 4. Semesters des Studiengangs Crossmedia-Redaktion/Public Relations an der Hochschule der Medien, Stuttgart. Weitere Fotos sind im Instagram-Account "hdm_praktisch" zu finden.